Eigenbluttherapie und PRP-Aufbereitung richtig einordnen

PRP Röhrchen Plasmolifting

Eigenblut als Grundlage der PRP-Aufbereitung

Bei Verfahren mit patienteneigenem Blut stammt das Ausgangsmaterial unmittelbar vom späteren Empfänger. Das unterscheidet solche Methoden grundsätzlich von Anwendungen mit einem fertig hergestellten Präparat. Bei der PRP-Aufbereitung wird venöses Blut entnommen und in mehreren definierten Arbeitsschritten verarbeitet, bevor eine geeignete Plasmafraktion zur Verfügung steht. Spezialisierte PRP Röhrchen Plasmolifting sind dabei ein Bestandteil des technischen Systems, das Blutentnahme und Separation miteinander verbindet. Ihre Aufgabe erschöpft sich nicht darin, Blut während des Transports aufzunehmen. Entscheidend sind auch die enthaltenen Substanzen und die Abstimmung auf den anschließenden Zentrifugationsprozess.

Der Begriff Eigenbluttherapie umfasst unterschiedliche medizinische Verfahren, bei denen Blut des Patienten entnommen, je nach Methode verarbeitet und anschließend im Rahmen des jeweiligen Behandlungskonzepts verwendet wird. PRP-Verfahren gehören in diesen weiteren Zusammenhang, sollten aber nicht mit jeder Form einer Eigenblutanwendung gleichgesetzt werden. Kennzeichnend für die PRP-Aufbereitung ist die gezielte Separation des entnommenen Blutes, um eine Plasmafraktion mit Thrombozyten zu gewinnen. Dafür genügt ein gewöhnliches Blutentnahmeröhrchen nicht automatisch. Verbrauchsmaterial, Zentrifuge und Verarbeitungsprotokoll müssen als zusammengehörige Bestandteile betrachtet werden.

Warum das eigene Blut zuerst aufbereitet werden muss

Venöses Vollblut enthält Plasma, Erythrozyten, Leukozyten und Thrombozyten in ihrer natürlichen Verteilung. Für eine PRP-Anwendung wird nicht das unverarbeitete Vollblut eingesetzt, sondern eine durch Zentrifugation gewonnene Fraktion. Die Blutbestandteile unterscheiden sich unter anderem in ihrer Dichte und lassen sich deshalb unter geeigneten physikalischen Bedingungen räumlich voneinander trennen. Dieser Vorgang erfordert festgelegte Parameter und geeignete Verbrauchsmaterialien. Das Ergebnis hängt nicht allein davon ab, wie lange ein Röhrchen in der Zentrifuge bleibt. Auch die relative Zentrifugalkraft, der verwendete Rotor und die Eigenschaften des Röhrchens beeinflussen die Aufbereitung.

Unmittelbar nach der Entnahme würde das Blut unter normalen Bedingungen mit der Gerinnung beginnen. Für den vorgesehenen Aufbereitungsprozess muss diese Reaktion während der notwendigen Arbeitsschritte kontrolliert werden. In den beschriebenen D-PRP-Röhrchen wird dafür Natriumcitrat als Antikoagulans eingesetzt. Es erfüllt damit eine andere Aufgabe als das ebenfalls enthaltene Trenngel. Diese funktionale Trennung ist wichtig, weil beide Bestandteile an unterschiedlichen Stellen des Prozesses wirken.

Vom venösen Blut zur getrennten Plasmafraktion

Eine reproduzierbare PRP-Aufbereitung folgt keinem improvisierten Ablauf. Bereits vor der Blutentnahme sollte feststehen, welches Röhrchen verwendet wird, welche Zentrifuge zur Verfügung steht und welche Parameter für diese Kombination vorgesehen sind. Ebenso wichtig ist die richtige Befüllung des Röhrchens. Das Verhältnis zwischen Blutmenge und enthaltenen Zusätzen ist Bestandteil des jeweiligen Systems. Veränderungen sollten deshalb nicht nach Gefühl vorgenommen werden.

Der technische Weg lässt sich in sieben aufeinanderfolgende Schritte gliedern.

  1. Das benötigte Material wird vollständig vorbereitet und das für den vorgesehenen Prozess geeignete PRP-Röhrchen ausgewählt.
  2. Venöses Blut wird entsprechend dem verwendeten Blutentnahmesystem direkt in das Röhrchen aufgenommen.
  3. Das enthaltene Natriumcitrat wirkt während der Verarbeitung als Antikoagulans und hemmt eine vorzeitige Gerinnung.
  4. Das korrekt befüllte Röhrchen wird unter Beachtung der vorgeschriebenen Balance in die kompatible Zentrifuge eingesetzt.
  5. Die vorgesehenen Werte für relative Zentrifugalkraft und Laufzeit werden am Gerät eingestellt.
  6. Während der Rotation verteilen sich die Blutbestandteile entsprechend ihrer physikalischen Eigenschaften, während sich das Trenngel in die vorgesehene Position bewegt.
  7. Nach dem Lauf liegt eine räumlich getrennte Plasmafraktion vor, die nach dem jeweiligen medizinischen Protokoll weiter gehandhabt werden kann.

Die einzelnen Schritte sind technisch miteinander verknüpft. Eine ungeeignete Füllmenge lässt sich beispielsweise nicht dadurch ausgleichen, dass die Zentrifuge länger läuft. Ebenso wenig kann ein hochwertiges Röhrchen Fehler bei der Geräteinstellung kompensieren. Für medizinische Anwender ist daher ein festgelegter Ablauf sinnvoll, der die Kombination aus Verbrauchsmaterial und Gerät eindeutig beschreibt. Dadurch wird auch die Einarbeitung weiterer Mitarbeiter einfacher.

Welche Aufgabe das Trenngel übernimmt

Das in den beschriebenen Röhrchen enthaltene Trenngel ist thixotrop. Unter mechanischer Belastung während der Zentrifugation verändern sich seine Fließeigenschaften, sodass es sich innerhalb des Röhrchens verlagern kann. Nach der Separation bildet es eine physische Barriere zwischen unterschiedlichen Blutfraktionen. Auf diese Weise wird die Abgrenzung der darüberliegenden Plasmafraktion von der Erythrozytenfraktion unterstützt. Das Gel übernimmt damit eine klar definierte technische Funktion innerhalb der Aufbereitung.

Gerade bei der Auswahl von PRP Röhrchen für Eigenbluttherapie ist dieser Aufbau relevanter als die äußere Ähnlichkeit mit gewöhnlichen Blutentnahmeröhrchen. In der Produktbeschreibung der 9-ml-Variante werden Natriumcitrat und Trenngel ausdrücklich als Bestandteile genannt. Zusätzlich veröffentlicht der Anbieter konkrete Zentrifugationswerte für bestimmte Gerätemodelle. Das unterstreicht, dass das Röhrchen nicht als isoliertes Einweggefäß gedacht ist. Seine Funktionsweise ist an die nachfolgende Verarbeitung gekoppelt.

Zentrifugationswerte sind geräteabhängig

Bei der Einstellung einer Zentrifuge werden rpm und RCF leicht miteinander verwechselt. Die Drehzahl in rpm beschreibt die Zahl der Rotorumdrehungen pro Minute, während RCF die auf die Probe wirkende relative Zentrifugalkraft bezeichnet. Diese Kraft hängt auch vom Radius des Rotors ab. Deshalb können zwei Zentrifugen bei unterschiedlichen Drehzahlen dieselbe RCF erzeugen. Eine bekannte rpm-Zahl sollte folglich nicht ungeprüft auf ein anderes Gerät übertragen werden.

Das lässt sich an den Herstellerangaben für die 9-ml-D-PRP-Röhrchen erkennen. Für die EBA 200 werden 1760 g bei 4200 rpm und einer Laufzeit von fünf Minuten angegeben. Für eine DLAB-Zentrifuge nennt der Anbieter ebenfalls 1760 g und fünf Minuten, jedoch 4100 rpm. Die unterschiedliche Drehzahl bei gleicher RCF ist kein Widerspruch, sondern eine Folge der jeweiligen Gerätekonstruktion. Für die Praxis bedeutet das, dass eine Umstellung der Zentrifuge auch eine erneute Prüfung der Parameter erfordert.

Standardisierung schafft nachvollziehbare Abläufe

Bei Verfahren mit Eigenblut ist ein klar dokumentierter technischer Prozess besonders hilfreich. Das Ausgangsmaterial wird für jeden Patienten neu gewonnen, während die Bedingungen der Aufbereitung möglichst konstant gehalten werden sollen. Genau dafür eignen sich festgelegte Kombinationen aus Röhrchentyp, Füllmenge, Zentrifuge und Verarbeitungsparametern. Je weniger dieser Variablen ohne sachlichen Grund verändert werden, desto leichter lässt sich der Ablauf nachvollziehen. Das betrifft auch Lagerung, Kennzeichnung und Kontrolle der verwendeten Verbrauchsmaterialien.

Auffälligkeiten nach der Zentrifugation sollten nicht mit spontanen Änderungen einzelner Werte beantwortet werden. Sinnvoller ist eine systematische Prüfung des gesamten Prozesses von der Blutentnahme bis zum abgeschlossenen Zentrifugenlauf. Dabei können Füllmenge, Zustand des Röhrchens, Balance, Geräteeinstellung und die Einhaltung des vorgesehenen Protokolls kontrolliert werden. Eine solche Vorgehensweise erleichtert es, mögliche Ursachen einzugrenzen. Für eine medizinische Praxis entsteht daraus ein Arbeitsablauf, der nicht nur routiniert, sondern auch dokumentierbar bleibt.

Eigenblut bildet bei PRP-Verfahren lediglich den Ausgangspunkt. Erst die kontrollierte Verarbeitung schafft die für das jeweilige Verfahren vorgesehene Plasmafraktion. Natriumcitrat, Trenngel und Zentrifuge übernehmen dabei unterschiedliche, aufeinander bezogene Aufgaben. Medizinische Verbrauchsmaterialien sollten deshalb nach ihrer Funktion im gesamten Prozess ausgewählt werden und nicht allein nach Preis oder äußerer Form. Ein nachvollziehbares System aus passenden Komponenten ist die Grundlage dafür, wiederkehrende Arbeitsschritte unter vergleichbaren Bedingungen auszuführen.